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Wir kommunizieren im Netzwerk
ABZ*AUSTRIA pflegt eine Vielzahl an Kontakten und Netzwerken zu unterschiedlichen Ansprechpartner*innen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Medien. Uns ist wertschätzende und faire Zusammenarbeit wichtig. Wir freuen uns, dass es viele Menschen gibt, die uns vertrauen und geben gerne einen Einblick in unsere Netzwerkarbeit bzw. lassen Personen zu Wort kommen, die bereits mit uns gearbeitet haben oder arbeiten.
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Role of men in gender equality
Die EU-weite Studie "Role of men in gender equality" wurde von ABZ*AUSTRIA in einem Konsortium unter der Projektleitung von L&R Sozialforschung mit den Partner*nnen Dissens (Deutschland, Berlin) und INBAS (Belgien, Brüssel) umgesetzt.
Namhafte europäische Männer- und Geschlechterforscher*innen wie Jeff Hearn (University of Linköping, Sweden, and Hanken School of Economics, Helsinki, Finland), Øystein Gullvåg Holter (Centre for Gender Research, University of Oslo), Majda Hrzeniak (Peace Institute, Ljubljana), Elli und Christian Scambor (Männerberatung Graz) und Sophia Belghiti-Mahut (Université de Montpellier) und Expert*innen aus allen EU-Ländern arbeiteten gemeinsam in diesem Projekt.
Ziel der Studie war es, die EU-weit unterschiedlichen Rollen von Männern im Gleichstellungsprozess zu erfassen und die Ansätze auf dem Weg zur Gleichstellung in den EU-Mitgliedstaaten und EFTA-Ländern darzustellen und weiterzuentwickeln. Dieses Wissen soll Entscheidungsträger*innen dabei unterstützen, im Zuge der Implementierung von Gleichstellungspolitik den aktiven, positiven Beitrag von Männern zu berücksichtigen.
Im Rahmen des Konsortiums war ABZ*AUSTRIA für den Wissenstransfer zwischen Forschung und Politik verantwortlich. In diesem Sinne wurden von ABZ*AUSTRIA in Brüssel drei Transfer-Workshops zwischen September 2011 und Jänner 2012 und die abschließende Konferenz Ende 2012 erfolgreich entwickelt und gestaltet.
2012 fand bereits der dritte Workshop mit dem Thema "Involving Men in Gender Equality" statt. Dabei wurde der Frage nachgegangen, wie Engagement und Beteiligung von Männern an der Gleichstellung vergrößert werden können. Die problematischen Seiten der "vorherrschenden" Männlichkeitskonstruktionen im Bereich der Gesundheit, im Schulsystem und auch in Bezug auf Gewalt wurden kontrovers diskutiert sowie neue, langsam sichtbar werdende Formen von vielfältigeren und unterschiedlichen Männlichkeitsbildern hervorgehoben. Als klares Ergebnis des dritten Workshops kann festgehalten werden, dass ebenso wie Männer Gleichstellung brauchen, braucht das Vorantreiben von Gleichstellung die Beteiligung der Männer.
Über 100 Vertreter*innen aus Politik und Wissenschaft diskutierten bei der abschließenden Konferenz im Herbst 2012 in Brüssel unter dem Titel: "The role of men in gender equality – European strategies & insights" anhand der aktuellen Studienergebnisse zukünftige Szenarien.
Schwerpunkte der Konferenz waren unter anderem die Potentiale von "caring masculinities" als alternative Männlichkeitskonzepte, die Pflege- und Betreuungsaspekte verstärkt wahrnehmen sowie neue Erkenntnisse zu Männergesundheit und Gewaltprävention.
Die Analyse der Daten und Praktiken auf europäischer Ebene bestätigten Tendenzen zu neuen Modellen von Männlichkeitskonzepten, die jedoch äußerst unterschiedlich sind. Eindeutig zeigte sich, länderspezifisch, ein zunehmendes Engagement von Männern bei der Familienarbeit, speziell bei Kindererziehung und -betreuung.
Auch wenn die Orientierung an Erwerbsarbeit in den Biografien von Männern immer noch zentral erscheint, wurde ein Fokus auf Neudefinition und Veränderung des Verhältnisses von bezahlter und unbezahlter Arbeit gesetzt. Der zunehmende Pflegebedarf angesichts der demografischen Veränderungen verlangt nach neuen Konzepten von Erwerbsarbeit, die "care" - also Pflege, Betreuung, Verantwortung im weiteren Sinn einbeziehen.
Informationsoffensive Väterkarenz
Die Förderung der Väterkarenz stand im Fokus dieser Informations- und Imagekampagne für Unternehmen in Österreich. Auftrag- bzw. Fördergeber*in der Informationsoffensive Väterkarenz für Unternehmen war eine Kooperation im Auftrag von Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek des Bundesministeriums für Frauen und öffentlichen Dienst, dem Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, der Wirtschaftskammer Österreich, der Industriellenvereinigung Österreich, der Landwirtschaftskammer Österreich, der AK Wien und des ÖGB.
Im November 2010 wurde von Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek, dem Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz und den Präsident*innen der Sozialpartnerorganisationen die Informationsoffensive Väterkarenz vorgestellt. ABZ*AUSTRIA wurde ab Herbst 2010 mit der Konzeptionierung von Angeboten für kleine und mittlere Betriebe in ganz Österreich beauftragt. 2011 und 2012 wurde die Informationsoffensive mit Workshops und Diskurscafés bundesweit umgesetzt. Mit speziell auf die Bedürfnisse von Klein- und Mittelunternehmen zugeschnittenen Workshops wurden Personalist*innen und Führungskräfte aus Unternehmen in allen Bundesländern Österreichs eingeladen, sich mit dem Thema Väterkarenz auseinanderzusetzen.
Die Workshops in den Bundesländern wurden in Kooperation mit der jeweiligen regionalen Wirtschaftskammer durchgeführt.
Die Themen der Workshops umfassten
- Rechtliche Rahmenbedingungen von Karenz, Kinderbetreuungsgeld und Elternteilzeit
- Aktives Karenzmanagement: familienorientiertes Personalmanagement und betriebswirtschaftlicher Nutzen, Väterkarenz als Teil des aktiven Karenzmanagements in Unternehmen
- Best-practice-Beispiele für Väterkarenz aus der unternehmerischen Praxis im jeweiligen Bundesland und aus der persönlichen Erfahrung von Vätern in Karenz
- Väterkarenz in der Praxis: Im gemeinsamen Gespräch mit den Unternehmensvertreter*innen wurden folgende Fragestellungen erörtert: Welche Erfahrungen haben Unternehmen mit Väterkarenz? Welche Hindernisse bei der Umsetzung sehen Unternehmen in der Praxis? Was sind die Befürchtungen der Unternehmen? Welche Rahmenbedingungen sind für eine breitere Umsetzung von Väterkarenz notwendig?
Am 08.11.2012 ging das letzte Diskurscafé Väterkarenz mit der Präsentation der Ergebnisse der Informationsoffensive Väterkarenz 2011 und 2012 in der Anton Paar GmbH in Graz über die Bühne.
Zielsetzung der Informationsoffensive war, durch die Schaffung von Bewusstsein in Unternehmen, Väterkarenz als Normalität anzusehen, Führungskräfte dazu zu befähigen und zu motivieren, aktive Karenzmodelle auch für ihre männlichen Mitarbeiter zu schaffen und zu ermöglichen sowie unternehmenskulturelle Hindernisse zu beseitigen. Unternehmen wurden Strategien und Instrumentarien vorgestellt, die ein erfolgreiches und reibungsloses Karenzmanagement ermöglichen. Väter sollten motiviert werden Karenz in Anspruch zu nehmen.