Männer.MINT.Care: Unternehmen mit Verantwortung für Vereinbarkeit (Equal Care@Work)

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Männer.MINT.Care: Unternehmen mit Verantwortung für Vereinbarkeit (Equal Care@Work)

Laufzeit
2025 - 2027

Die Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit ist in Österreich weiterhin von geschlechtsspezifischen Ungleichheiten geprägt: Frauen übernehmen den überwiegenden Anteil an unbezahlten Sorgetätigkeiten und unterbrechen dafür häufiger die Erwerbsarbeit und sind häufiger in geringerem Zeitausmaß beschäftigt als Männer. Der daraus resultierende „Gender-Care-Gap“ ist nicht zuletzt auf Geschlechterrollenbilder, stereotype Zuschreibungen und „traditionelle“ Familienmodelle zurückzuführen. Fürsorge wird immer noch als „weibliche“ Qualität erfasst und Männern wird eine „breadwinner“- bzw. Versorger-Rolle zugeordnet.

Die ungleiche Aufteilung wird darüber hinaus von unterschiedlichen Arbeitsrahmenbedingungen und Betriebskulturen beeinflusst, die ebenso mit dem Geschlecht – genauer der Geschlechter(un)ausgeglichenheit eines Feldes – in Verbindung stehen: „männerdominierte“ Arbeitsfelder wie der MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) weisen häufig geringere Möglichkeiten der Vereinbarkeit von Erwerbs- und Sorgearbeit auf, was sich unter anderem an einer verbreiteten Vollzeitnorm, langen Arbeitszeiten, hohem Leistungsdruck und ständiger Bereitschaft festmachen lässt.

Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel des Projektes, vereinbarkeitsförderliche und -hinderliche betriebliche Rahmenbedingungen, Formen der Arbeitsorganisation, Betriebskulturen und Arbeitspraxen bzw. Umgangsformen zu identifizieren. Daraus sollen Maßnahmen zur Verringerung des Gender-Care-Gaps in österreichischen MINT-Betrieben abgeleitet und verbreitet werden.

Projektergebnisse sind:

  • Österreichweite Befragung zur Erfassung des Status-Quo rund um Arbeits(zeit)bedingungen und Angebote für Vereinbarkeit in MINT-Betrieben (Forschungsbericht)
  • Moderierter Austausch zwischen MINT-Betrieben um gegenseitig mehr über Herausforderungen und Lösungen rund um Männer und Vereinbarkeit in Betrieben zu lernen („Company peering“ und Praxisbericht)
  • Sensibilisierung und Förderung von Equal Care in MINT-Betrieben im Rahmen von zwölf unterschiedlichen Workshops (Workshopangebote und Praxisbericht)
  • Verbreitung der Erkenntnisse (Podcast-Reihe, Newsletter, Fachtagungen und Abschlusskonferenz)

Im Rahmen des Projektes werden drei operative Arbeitspakete umgesetzt:

Arbeitspaket 2: Status-Quo – Vereinbarkeit in österreichischen MINT-Betrieben

Arbeitspaket 3: Austausch zwischen den Betrieben fördern („company peering“)

Arbeitspaket 4: Sensibilisierung und Förderung – Workshops mit Unternehmen

Die Projektergebnisse werden in unterschiedlichen Formaten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Das Projekt zeichnet sich insbesondere durch die Verschränkung von Forschung und Praxis aus, was durch die breite Projektpartnerschaft von verschiedenen Institutionen gewährleistet wird. Das Projekt wird von L&R Sozialforschung (Leadpartner) gemeinsam mit ABZ*AUSTRIAPapainfo, der Gleichbehandlungsanwaltschaft (GAW), der Arbeiterkammer Wien (AK) und dem Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB) umgesetzt und von einem Praxisbeirat sowie einem übernationalen Austausch von Expert*innen begleitet.

Um die Erkenntnisse auch praxistauglich aufbereiten zu können, wird das Projekt von einem Beirat von Expert*innen begleitet. Beteiligt sind Vertreter*innen des Bundesministeriums für Frauen, Wissenschaft und Forschung (BMFWF), des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI), des Bundeskanzleramtes (BKA), der Stadt Wien, der Landwirtschaftskammer, der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), dem Austrian Institute of Technology (AIT), der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) sowie von MP2 IT-Solutions. Darüber hinaus wird das Projekt von einem transnationalen Expert:innenbeirat begleitet, der einen Austausch mit anderen EU-Ländern gewährleistet. Eingebunden sind Vertreterinnen der Universität Bielefeld (Deutschland), der Universität Stockholm (Schweden), von Research4Consulting (Spanien) des Deutschen Gewerkschaftsbunds.

Das Projekt wird im Rahmen des Programms „Citizens, Equality, Rights and Values Programme (CERV)“ von der Europäischen Kommission kofinanziert.

 

Die Inhalte dieses Projektes liegen in der alleinigen Verantwortung von L&R Sozialforschung, ABZ*AUSTRIA, Papainfo, der Gleichbehandlungsanwaltschaft (GAW), der Arbeiterkammer Wien (AK) und des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Europäischen Union wider.

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