Blog | Arbeiten, Wohnen und Kosten sparen

02.05.2019
Teilnehmerinnen beim Workshop "Arbeiten, Wohnen und Kosten sparen"

Ein Finanzplan soll den Frauen helfen, ein besseres Bewusstsein für ihre Finanzen zu bekommen.

Mit der richtigen Strategie finanzielle Ziele erreichen

"Arbeiten, Wohnen und Kosten sparen" – ein Thema, mit dem wir uns alle beschäftigen. So auch die Teilnehmerinnen des gleichnamigen Workshops von ABZ*AUSTRIA, in dem die Frauen den eigenen Umgang mit Geld reflektieren, finanzielle Ziele formulieren und Strategien für den Umgang mit Geld erlernen.

Money makes the world go ’round!

Für die neun Teilnehmerinnen heißt es heute, sich mit der eigenen Beziehung zu Geld auseinanderzusetzen. Um das zu tun, stellt Workshopleiterin Victoria Mixa, die die ersten Wochen des Workshops gestaltet, die Frage in den Raum "Wie ist meine Beziehung zu Geld? Was brauche ich, um etwas zu verändern?" Die Frauen zögern nicht lange: Motivation und Druck ist ihre Antwort. Für eine Motivation braucht man vor allem ein Ziel, auf das man hinarbeitet, klärt Victoria Mixa auf. In den kommenden Minuten sollen sich die Teilnehmerinnen deswegen mit ihren persönlichen finanziellen Zielen beschäftigen. Diese sollen sie in drei Kategorien unterteilen: kurzfristige, mittelfristige und langfristige Ziele. Dabei betont die Workshopleiterin "Sie dürfen sich alles wünschen." Mit einem Augenzwinkern antwortet eine Teilnehmerin "Was Träumen betrifft, bin ich Profi." Nach der Erklärung der Übung machen sich alle Frauen daran, ihre Ziele zu formulieren. Manche schreiben sofort los, manche nehmen sich ein wenig Zeit, überlegen und notieren dann, was ihnen einfällt.

Kurzfristige, mittelfristige und langfristige Ziele

Nach der Übung geben die Teilnehmerinnen all ihre Ziele in drei Kuverts und unterteilen sie in solche, die sie in 5 Wochen, also am Ende des Workshops, erfüllen wollen, Ziele, die sie in einem Jahr erreicht haben wollen, und jene Ziele, die sie in fünf Jahren verwirklicht haben möchten. Einen der Wünsche nehmen sie dann heraus und beschreiben ihn näher. Wenn sie möchten, können sie diesen dann mit der Gruppe teilen. Die Bandbreite der Wünsche ist groß: Von schuldenfrei werden/ und bleiben, einmal im Jahr mit der ganzen Familie essen gehen können, finanzielle Reserven anlegen, Sommerkleidung für die Kinder kaufen, ein Haus mit Garten und Kamin bis hin zu genug Geld am Ende des Monats haben, um einmal zum Frisör zu gehen – die Wünsche der anwesenden Frauen sind facettenreich. Man merkt: Das Thema ist ein ernstes, das ist allen Teilnehmerinnen bewusst, jedoch wird offen, auf Augenhöhe und auch mit einer Portion Humor darüber gesprochen. Es scheint, als würden die Frauen den geschützten Rahmen dankend annehmen, um auch über Probleme zu sprechen und sich auszutauschen.

Die Kraft, Ziele niederzuschreiben

Der Plan der Workshopleiterin geht auf und Victoria Mixa gibt den Teilnehmerinnen abschließend zur Übung mit, die Ziele so präzise wie möglich zu formulieren. "Was heißt, gut mit dem Geld auskommen genau? Soll am Ende des Monats null auf dem Konto stehen oder soll ein finanzieller Polster übrig sein?" Je präziser ein Ziel formuliert ist, desto wahrscheinlich ist es, dass es auch wirklich umgesetzt wird. Eine der Teilnehmerinnen weiß: "Ich habe so etwas schon einmal gemacht und ich weiß, es funktioniert. Es hat eine unglaubliche Kraft, die Ziele aufzuschreiben", zeigt sie sich motiviert. Am Ende der Übung wirft die Workshopleiterin die Frage auf, wie schwer es den Frauen gefallen ist, ihre Ziele zu formulieren, und was sie davon abhält, diese jetzt schon in die Tat umzusetzen. Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: Geld und Zeit.

Gute Planung ist das halbe Leben

Das führt Victoria Mixa zum nächsten Thema und der damit verbundenen Übung: die erfolgreiche Planung der Finanzen. Wer seine Finanzen planen möchte, der muss sie auch kennen. Deswegen überlegt jede Teilnehmerin für sich: Woraus setzt sich mein Einkommen zusammen? Je nach Lebenssituation sehen die so genannten "Einkommensdiagramme" anders aus: Wohnbeihilfe, Gehalt, Alimente, Familienbeihilfe – all diese Faktoren beeinflussen das Diagramm und machen es mehr- oder kleinteiliger. Im nächsten Schritt brainstormen die Frauen gemeinsam, welche dieser Teile sie selbst beeinflussen können und welche nicht.

Realitätscheck: Bewusstsein für die eigenen Finanzen bekommen

"Jetzt wissen wir, woher das Geld kommt, jetzt wollen wir wissen, wohin es geht", sagt Victoria Mixa mit einem Lächeln in die Runde. Ein Seufzen geht durch den Raum. Um den Frauen zu helfen, ein besseres Bewusstsein für ihre Finanzen zu bekommen, soll ein Finanzplan sie unterstützen. Aus dem Kopf sollen die Frauen nun einschätzen: Wie viel Geld brauche ich für Miete, Lebensmittel, öffentliche Verkehrsmittel, Versicherung oder Arztbesuche? Die Stimmung im Raum wird ernster und man hat das Gefühl, dass die Köpfe rauchen. Manche der Frauen wissen ganz genau, welche Posten welchen Betrag einnehmen, andere zerbrechen sich länger den Kopf und überschlagen, wie viel sie denn für Lebensmittel ausgeben. Doch wozu die Übung? Die Workshopleiterin klärt auf. Dies war der erste Schritt, um eine grobe Übersicht über die Finanzen zu bekommen. In einem weiteren Schritt sollen alle Teilnehmerinnen ihre Einschätzung mit der Realität vergleichen.

Haushaltsbuch – der Freund und Helfer

Die Frauen sind motiviert und ungeduldig und wollen noch am selben Tag wissen: Wie kann ich meine Finanzen am besten planen? "Das erfahren sie alles kommende Woche", hält Victoria Mixa den Spannungsbogen aufrecht, gibt den Teilnehmerinnen jedoch erste Hinweise für Varianten von Haushaltsbüchern mit. Die Auswahl ist groß: Von der APP am Handy, auf der man nach jedem Einkauf sofort eintragen kann, bis hin zum klassischen Haushaltsbuch, in das man wöchentlich oder monatlich einträgt – die Möglichkeiten sind vielfältig und jede Frau muss jene Variante finden, die am besten zu ihr passt. Welche Möglichkeiten es genau gibt, das erfahren sie in den kommenden Wochen. Neben diesen Grundlagen stehen auch Exkursionen wie beispielsweise zur Schuldnerberatung sowie Themen wie Arbeitnehmer*innenrechte auf dem Programm.