Stärken erkennen. Wissen erweitern. Selbstbestimmt lernen.

Stärken erkennen. Wissen erweitern. Selbstbestimmt lernen.

Im Projekt #futurefactory, einem Projekt von Jugend am Werk in Kooperation mit ABZ*AUSTRIA, im Wiener Gasometer ist immer etwas los. Hier arbeiten derzeit ca. 300 junge Frauen im Alter zwischen 21 und 25 Jahren tatkräftig an der Gestaltung ihrer beruflichen Zukunft. Denn was die Statistik schon lange sagt, ist in den Köpfen der jungen Frauen oft noch nicht ganz angekommen: eine gute Berufsausbildung sorgt dafür, die eigene Erwerbsfähigkeit bis ins hohe Alter zu sichern.

So unterschiedlich die Teilnehmerinnen der #futurefactory sind, so ähnlich sind ihre Ziele: Sie wollen ihre Handlungsmöglichkeiten kennen lernen und ihr berufliches Leben in die Hand nehmen. Da sind sie in der #futurefactory genau an der richtigen Adresse. Denn genau das steht in diesem Projekt im Rahmen der Wiener Ausbildungsgarantie bis 25 des AMS Wien auf der Agenda. Unterstützt werden sie dabei von einem multiprofessionellen Team aus Trainerinnen und Coaches. Gemeinsam arbeiten hier alle tagtäglich daran, jungen Frauen ihren Traumberuf näher zu bringen, beziehungsweise auch Berufe vorzustellen, die den Teilnehmerinnen vielleicht noch unbekannt sind.

Von den eigenen Stärken zum Selbstmarketing im Bewerbungsprozess

Eine Wand gespickt mit ausgeschriebenen Ausbildungs- und Jobmöglichkeiten deutet es an – hier werden Nägel mit Köpfen gemacht. Um den geeigneten Ausbildungsplatz oder den besten Job zu finden, können die jungen Frauen in der #futurefactory ihre Fähigkeiten und ihr Wissen ausbauen. "Wir wollten einen Raum schaffen indem ein Entwicklungsprozess hin zur Selbstbestimmung der Teilnehmerinnen in Gang kommen kann. Die Teilnehmerinnen brauchen keinen Druck, sondern einen Sog, der sie zu den richtigen Entscheidungen führt.", stellt Markus Martincevic, Projektleiter seitens Jugend am Werk fest. Und: "An der eigenen beruflichen Zukunft selbstbestimmt zu arbeiten, kann und soll auch Spaß machen. Vor allem steigt die eigene Motivation, wenn auch die kleinen Erfolge entsprechend gewürdigt und beachtet werden." In einem modular aufgebauten Kurssystem stellen die Teilnehmerinnen selbstständig ihren Stundenplan nach ihren individuellen Bedürfnissen zusammen. Neben der Basisbildung in Mathematik, Deutsch, Englisch, Informationstechnologie (IT) und Berufskunde stehen hier auch digitale Medienkompetenz, Frauenrechte, sowie Gleichstellungs- und Vielfaltsthemen auf dem Programm. Zudem gibt es auch intensives Bewerbungstraining, die Möglichkeit Praktika zu machen und Einzelcoachings.

Traumjob erkennen und Karriereplan erstellen

"Unser Angebot ist so aufgebaut, dass die Frauen ihre persönlichen Stärken und Fähigkeiten erkennen. Die Besuche der Workshops sollen dabei sehr zielorientiert sein.", erklärt Gudrun Koban, zuständige Projektleiterin seitens ABZ*AUSTRIA. Das heißt: Will eine Teilnehmerin in die Technik, dann darf das Mathematik-Modul in ihrem Stundenplan nicht fehlen, auch wenn es in der Schule vielleicht nicht das Lieblingsfach war. Bei der Auswahl der Kurse sind die Teilnehmerinnen aber nicht alleine. Stets an ihrer Seite sind die Bezugstrainerinnen, die sie bei der Zusammenstellung ihres Modulplans hilfreich unterstützen. In einer achtwöchigen Potentialanalyse bekommen die jungen Frauen einen Überblick. Danach können sie bis zu sechs Monate lang in der #futurefactory bleiben, um sich auf einen Ausbildungs- bzw. Berufseinstieg vorzubereiten. In Praktika wird überprüft, ob das eigene Bild über den Traumberuf mit der Realität übereinstimmt. Einzelcoachings werden angeboten, um individuelle Probleme zu sprechen, und mit der Bezugstrainerin wird an der individuellen Karriereplanung getüftelt.

Stärken erkennen. Wissen erweitern. Selbstbestimmt lernen.

Genügend Zeit um lebensweisende Entscheidungen zu treffen

"Die #futurefactory ist ein Projekt, in dem sich die Frauen genügend Zeit nehmen über ihre berufliche Zukunft nachzudenken. Das darf man nicht unterschätzen. Manchmal weiß man lange nicht, wo die Reise hingehen soll, das kennen viele von uns. Der Berufswunsch dreht sich auch manchmal in den ersten Wochen. Etwas was lange wirkt, ist aber am Ende auch nachhaltiger.", klärt Gudrun Koban auf. Die Entscheidungen, die die Frauen hier treffen, sind Entscheidungen, die ihr ganzes Leben mitbestimmen. Deswegen ist der Schlüsselfaktor für den Erfolg des Projekts, dass den Frauen genügend Raum und Unterstützung gegeben wird, um die für sie beste Entscheidung zu treffen. "Individuell auf jede Teilnehmerin einzugehen ist wichtig - jede Frau braucht unterschiedlich lang. Manche sind nach wenigen Wochen voll organisiert und starten durch und es gibt auch welche, die brauchen länger. Die Möglichkeit zu haben, mir die Zeit zu nehmen, die ich brauche, sehe ich als Vorteil. Über den Kamm scheren ist schlecht." Durchgestartet ist beispielsweise eine ehemalige Teilnehmerin, die durch gezielte Vorbereitung im Projekt die Aufnahmeprüfung bei Austrian Airlines geschafft hat. Solche Erfolge machen natürlich auch die Trainerinnen stolz. Von den Erfahrungen der anderen profitieren, auf Augenhöhe kommunizieren und ein respektvolles Miteinander – in den Kursen spürt man das Vertrauen, das zwischen Trainerinnen und Teilnehmerinnen herrscht. Eine Atmosphäre, in der man sich traut Fragen zu stellen, konstruktiv austauscht und gemeinsam Erfolge gefeiert werden.

Zukunftsbranchen identifizieren und Handlungsmöglichkeiten kennen

"In Zukunft werden digitale Medien einen wichtigen Teil in der Arbeitswelt einnehmen – auch zur Kommunikation, aber vor allem zum Erfassen und Bearbeiten von Daten.", beschreibt Markus Martincevic, "Es liegt also auf der Hand, dass auch wir in der #futurefactory diese Medien nutzen, um die jungen Frauen bei der Arbeits- und Ausbildungsplatzsuche zu unterstützen." Im Kurs Digitale Medienkompetenz lernen sie z.B. in dem Modul "Was kann mein Handy?" den richtigen Umgang mit ihrem Smartphone. Die Teilnehmerinnen sollen von der Konsumentin zur kompetenten Anwenderin digitaler Technologien werden. Denn ein Smartphone kann viel mehr als nur Facebook und Instagram öffnen. Die Frauen erfahren wie sie damit PDFs erstellen und Änderungen im Lebenslauf durchführen können. Das Training stärkt zum einen die Medienaffinität und macht die Frauen zum anderen orts- und computerungebunden.

Neuer Raum. Neuer Kurs. Neues Thema. Wie hieß die erste Frauenministerin in Österreich? In einem interaktiven Quiz tauchen die Teilnehmerinnen in die Welt der Frauenrechte und des Gendergap ein. Viele Frauen sind über die Zahlen und Fakten überrascht, diskutieren die Ergebnisse und tauschen Erfahrungen aus. Im nächsten Kurs stehen nicht traditionelle Frauenberufe am Tagesprogramm. Hier lernen die Teilnehmerinnen Berufe kennen, die sie vielleicht noch nicht am Radar hatten. Die Aufgabe für die Frauen lautet: Zukunftsbranchen gemeinsam erkennen und dann einen Beruf herausfiltern, den sie der Gruppe präsentieren. Zukunftsbranchen? Das sind jene Branchen, die noch männlich geprägt sind, aber auch vielfältige Karrieremöglichkeiten für Frauen bieten: Verkehr & Logistik, Metall & Elektrontechnik, Elektronik, Bau, Wirtschaft & Politik, Militär & Bundesheer.

Die dazu angebotenen Arbeitsmittel sind auch nicht ohne – den Teilnehmerinnen werden Tablets und Laptops zur Verfügung gestellt. Damit werden innovative Schulungsmethoden wie E-Learning, Microlearning und Learning-Apps unterstützt, die Teilnehmerinnen lernen neue Medien zu nutzen und sich in der "digitalen Welt" zurechtzufinden.

Kapitänin des eigenen Schiffes sein

"Sie können die Fahrtrichtung Ihres Lebens selbst bestimmen." "Wünsche und Ziele sind unsere Motivatoren, wichtig ist ein verantwortungsvoller Umgang mit Zielen." "Einfach mal um die Ecke denken." – die aufgehängten Sprüche in den Räumen fassen zusammen, was die #futurefactory erreichen will. Die Frauen lernen sich zu organisieren. Wichtig ist, dass die Frauen ihre Stärken erkennen, Interessen geweckt werden, neue Wege aufgezeigt und persönliche und damit auch berufliche Orientierung möglich wird. "Dass man nicht wie in der Schule nur konsumiert, ist sicher für viele Frauen ungewohnt. Da sind wir dann wieder bei der Selbstverantwortung, es gibt einen individuellen Fahrplan, es gibt jederzeit die Möglichkeit zu einer Beraterin zu gehen, aber wir wollen weg von der Konsumhaltung, hin zur Selbstverantwortung. Ich bin selbst Kapitänin meines Schiffes!", schließt Gudrun Koban ab. Wenn die Frauen die #futurefactory verlassen, sind sie im Idealfall nicht nur selbstbewusster, sondern ihrem Traumjob ein großes Stück näher.

Stärken erkennen. Wissen erweitern. Selbstbestimmt lernen.

Kontaktdaten:

Jugend am Werk Berufsausbildung für Jugendliche GmbH
Schulungszentrum Gasometer
Guglgasse 12 / Gasometer C / 4. Stock
1110 Wien
Tel: 01/ 349 10 30

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