Man kann schaffen, wovon man nie geglaubt hat, dass es möglich ist

Man kann schaffen, wovon man nie geglaubt hat, dass es möglich ist

Leejia Giagou – auf Umwegen zum Traumjob als Bautechnikerin

Dass Leejia Giagou heute Bautechnikerin ist, das hätte sie vor einigen Jahren selbst nicht geglaubt. Die Technik und sie mussten erst warm werden miteinander, umso mehr brennt sie jedoch heute für ihren Beruf. Mithilfe des FiT-Programms, das vom AMS WIEN gefördert wird, hat sie die Ausbildung zur Bautechnikerin gemeistert und ist jetzt glücklicher denn je.

"Baupläne waren für mich immer interessant"

Spricht Leejia Giagou über die ABZ*AUSTRIA FiT-Beratung, beginnt sie das Gespräch gleich damit, sich bei allen Betreuerinnen, die sie auf ihrem Weg begleitet haben, zu bedanken. Diese ehrliche Dankbarkeit spürt man in jedem Wort der engagierten Frau. Lachend erzählt sie dann, dass ihr eine Kollegin im Programm von der Ausbildung im Bereich Hochbau erzählt hat und von ihrer prompten Antwort: "Das ist das Letzte auf der Welt, was ich studieren will". Baupläne waren für sie zwar immer interessant, jedoch war sie nie stark in Mathematik, was sie verunsichert hat, wie sie berichtet. Deswegen wollte sie eigentlich "Verkehr und Umwelt" studieren, jedoch wurde dies in dem Semester nicht angeboten. Über einen kleinen Umweg ist sie dann schließlich doch bei der Bautechnik gelandet. War ihre Begeisterung am Anfang noch nicht so groß, rettete sie sich über die Verunsicherung mit dem Gedanken: "Die Pläne gefallen mir, vielleicht kann ich auch die Statistik überwinden", und genau das hat sie getan. "Ich habe mich sehr bemüht, alles zu verstehen. Es ist nicht so, dass ich Statistik jetzt liebe, es ist immer noch nicht mein Lieblingsthema", erzählt sie lachend. Dass sie besonders dieses Fach gut gemeistert hat, macht sie rückblickend sehr stolz.

"Ich kenne mich und gebe mein Bestes"

Wenn Leejia Giagou über Fächer wie Baumanagement, Baukonstruktion, Bauplanung, Baupraxis, Darstellung und Gestalten, Hochbau und Infrastruktur spricht, schwingt deutlich mehr Begeisterung in ihrer Stimme. Besonders in der Bauplanung war sie voll in ihrem Element, wie sie berichtet: "Alle meine Lieblingsfächer haben mit Zeichnen, Kreativität und Problemlösung zu tun gehabt." Mit viel Euphorie berichtet sie von einer Aufgabe, bei der sie den Plan für ein Grundstück bekommen hat und dort ein Gebäude für einen Kindergarten zeichnen sollte. Von der Recherche, was ein Kindergarten alles braucht, bis hin zum kreativen Prozess, um passende Lösungen zu finden – Aspekte ihres Berufs, die Leejia Giagou zum Strahlen bringen, wenn sie über die Zeit spricht. Doch die Jahre der Ausbildung waren nicht immer unbeschwert. "Es war eine Herausforderung, weil ich keinen Hintergrund in der Technik hatte. Ich gab in der Zeit alles andere in meinem Leben auf und widmete mich dem Lernen. Da muss ich meinem Mann wirklich sehr danken." Denn dieser hat ihr den Rücken freigehalten und hat sie immer unterstützt, wie sie berichtet. Die fehlenden Vorkenntnisse und der Umstand, dass Deutsch ihre Drittsprache ist, waren zudem eine zusätzliche Herausforderung. "Ich musste mich dreimal mehr als die anderen bemühen, aber es war auch schön, weil alles, was ich gelernt habe, mir geholfen hat, mir eine bessere Zukunft aufbauen zu können."

"Es ist wirklich super, alle sind so nett und hilfsbereit"

Doch der Einsatz wurde belohnt und seit Anfang März ist sie bei einem Familienbetrieb, bestehend aus drei Schwestern, angestellt. "Ich liebe es so sehr, dass ich nicht begreife, wie schnell die Zeit vergeht. Das ist etwas, was ich mir immer gewünscht habe für mein Leben, dass ich einen Job habe, den ich so genieße", sagt Leejia Giagou strahlend, wenn man sie auf ihre Anstellung anspricht. Bei der Entscheidung hat sie sich auf ihr Bauchgefühl verlassen, wie sie vom Bewerbungsprozess berichtet. Denn eigentlich hatte sie auch andere Angebote, doch hier hat für sie einfach alles gepasst. In ihrer täglichen Arbeit geht sie auf und erzählt voller Begeisterung von ihrer ersten Aufgabe bei einer Gebäuderenovierung, wo sie Pläne zeichnen, Maße nehmen und nun alles digital umsetzen muss.

Blickt sie jetzt zurück auf ihre Laufbahn, dann ist sie sehr stolz und betont, dass sie diese Möglichkeiten alle schon gerne mit achtzehn Jahren gekannt hätte. Umso dankbarer ist sie für die Chance und ist auch immer noch im Austausch mit ABZ*AUSTRIA. "Ich möchte mich bei allen meinen Beraterinnen bedanken. Sie haben sich sehr um mich bemüht." Anderen Frauen würde sie raten – auch wenn sie glauben, kein technisches Talent zu haben – sich Zeit zu nehmen, sich zu informieren und mit Leidenschaft und Ausdauer zu versuchen, erfolgreich zu sein. Ihrer Meinung nach ist es nie zu spät, einen neuen Weg einzuschlagen. Auch für ihren eigenen Weg hat sie schon weitere Pläne. "Ich wünsche mir, dass es weiter so gut läuft in dieser Firma, bis ich alt werde und ich in Ruhe dort arbeiten kann." Und dann hört man sie wieder, die tiefe Zufriedenheit und sieht das Strahlen einer Frau, die durch Zufälle, aber vor allem viel Fleiß und Engagement zu ihrem Traumjob gefunden hat.

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