New Skills: Neue Herausforderungen brauchen zielorientiertes Arbeiten

New Skills - Neue Herausforderungen brauchen zielorientiertes Arbeiten

Leistungsbereitschaft & Motivation

Freitag noch analog, Montag schon digital. Das hat es auch bei ABZ*AUSTRIA in den vergangenen Tagen geheißen. Wie die Umstellung in den herausfordernden Zeiten erfolgreich funktionieren kann, beweist das Projekt "New Skills Handel und E-Commerce", das vom AMS Niederösterreich gefördert wird.

"Wir haben von einer Sekunde auf die andere unser ganzes Programm auf E-Learning umgestellt. Dank der schon erworbenen und gefestigten Kompetenzen der Teilnehmerinnen haben wir das geschafft und es läuft sehr gut", berichtet Projektleiterin Elke Gschwandtner von der Flexibilität der Umstellung. Auch bei ABZ*AUSTRIA mussten aufgrund der Covid-19-Maßnahmen in kürzester Zeit die Kurse und die Kommunikation mit den Teilnehmerinnen digital durchgeführt werden. "Eine Krise ist immer eine Chance - wir entwickeln uns in Wahrheit nur durch Krisen", zeigt sich die Projektleiterin positiv gestimmt. Doch nicht nur ihre Kollegin Susanne Studeny und sie waren motiviert, sondern auch die Teilnehmerinnen waren entschlossen und haben von Anfang an mit an einem Strang gezogen, wie Elke Gschwandtner berichtet. Dass die Gruppe sich bereits seit Ende Oktober kennt und zu einer Gemeinschaft zusammengewachsen ist, hat den Prozess zudem erleichtert.

Technische und soziale Herausforderungen

"Hören wir uns alle? Sehen wir uns alle?" Das sind die beiden wichtigsten Fragen am Tagesbeginn. In der Früh, zu Mittag und am Abend gibt es Telefonkonferenzen, bei denen alle Teilnehmerinnen anwesend sind und über die aktuelle Aufgabe gesprochen, Wissen ausgetauscht oder bei technischen Problemen geholfen wird. Besonders freut sich Elke Gschwandtner über die Anwesenheitsquote von hundert Prozent. In den Konferenzen findet sich auch Platz für Alltagsprobleme. Diese in den Prozess zu integrieren und über technische wie auch soziale Herausforderungen zu sprechen, ist Elke Gschwandtner besonders wichtig. "Wir tun auch viel für die Psychohygiene und fordern auf, Dinge klar anzusprechen. Es gibt in der Gruppe eine große Vertrauensbasis und es wird sehr offen und transparent über die Herausforderungen, die da im sozialen Familienleben lauern, kommuniziert" Denn die Umstellung bringt auch Probleme, die das Team gemeinsam angehen will. Waren die motivierten Frauen am ersten Tag noch unsicher, ob sie das alles schaffen werden, sind die Zweifel längst verschwunden und alle haben sich im "E-Learning" eingefunden und sind wissbegierig dabei.

Eine Ausnahmesituation braucht Ausnahmeideen

Um den Umstieg so einfach wie möglich zu machen, haben die beiden Kursleiterinnen ihre jahrelange Erfahrung genutzt und den Teilnehmerinnen viele Tools vorgestellt, mit denen sie nun arbeiten. Ob "Padlet", bei dem Online-Pin-Boards erstellt werden können, oder StudySmarter, in dem man virtuell Karteikarten erstellen kann - die Möglichkeiten sind vielfältig und genau das wollen sich die Kursleiterinnen zu Nutzen machen. "Wir sind methodenkreativ geworden, wie wir die Teilnehmerinnen am besten abholen. Es ist eine Ausnahmesituation und das braucht Ausnahmeideen", resümiert die Kursleiterin über die ersten Tage. Wenn es einmal nicht so gut von der Hand gehen sollte, weiß sich Elke Gschwandtner trotzdem zu helfen. "Ich sorge immer für Spaß und Stimmung." Da kann es schon sein, dass dann auch Kinder, die jetzt zuhause betreut werden, kurzfristig bespaßt werden, bevor sie wieder an ihre Hausaufgaben gehen. Ob Kurzbesuch eines Stofftiers oder das Auftauchens eines Bildes mit dem Schriftzug "Hakuna Matata" - Elke Gschwandtner weiß, dass solche kurzen Späße die Stimmung und somit auch die Motivation heben.

"Begeisterung macht auch vor E-Learning niemals halt"

Oft muss sie dies aber nicht tun, wie sie betont, denn die Teilnehmerinnen sind unglaublich motiviert und diszipliniert, wie sie begeistert erzählt. Von kollaborativen Tools, Kleingruppenmeetings bis zu Power-Point-Präsentationen via Videokonferenz - alles wird ausprobiert. "Dadurch, dass wir jetzt früher auf Blended-Learning umgestiegen sind, können sich die digital skills ganz anders festigen. Sie werden viel sicherer in der Anwendung werden", weiß Elke Gschwandtner. Und das gefällt nicht nur den beiden Betreuerinnen, sondern besonders den Frauen, die merken, wie sie sich auch in Krisenzeiten immer weiterentwickeln und ihr Können ausbauen. Gelernt wird jetzt alles, was mit dem Handel 4.0 zu tun hat. Dabei sind die Frauen in ihren Aufgaben beispielsweise mit Herausforderungen im Vertriebswesen oder mit Datenschutz konfrontiert und müssen diese lösen. "Wir schnüren die Arbeitspakete so, dass wir ziel- und ergebnisorientiert arbeiten und nicht sagen, das muss heute um 12.30 Uhr fertig sein. Sonst ist die Gefahr des Drop-outs zu groß, weil zu viel Druck entsteht", klärt die Projektleiterin auf.

E-Learning mit Leidenschaft und Überzeugung

Das Konzept scheint aufzugehen. Doch was ist das Geheimrezept für den erfolgreichen Umstieg? "Ich glaube, das liegt auch daran, dass Susanne Studeny und ich das mit Leidenschaft und Überzeugung machen. Für uns ist das kein Beruf, sondern eine Berufung. Wenn man sich damit identifiziert, sieht man darin auch sehr viele Chancen. Wer im ABZ*AUSTRIA arbeitet, sieht weniger Hürden, sondern Chancen und Perspektiven", klärt die Projektleiterin über die generelle Einstellung auf. Herausforderungen sehen statt Problemen, ins Tun kommen und anpacken, sieht sie dabei als essenziell für den erfolgreichen Umstieg an. Eine der wichtigsten Prämissen bei New Skills - in der Krise und auch davor - ist es, keine Angst vor Fehlern zu haben oder davor, dass man etwas nicht weiß. Das versucht sie auch ihren Teilnehmerinnen mitzugeben: "Es ist völlig normal, dass Sie das stresst oder Ihnen Angst macht. Darüber zu reden, ist kein Fehler, sondern ein Zeichen von Stärke."

Netzwerk für die Zukunft

Ein schöner Erfolg ist auch, dass alle Teilnehmerinnen Praktikumsplätze ergattern konnten und eine Teilnehmerin sogar eine Arbeitsstelle gefunden hat und diese auch in Krisenzeiten antreten konnte. Nach dem ersten Arbeitstag wurde natürlich der Gruppe über die Erfahrungen berichtet. "Ich kann mich in der Rolle als Projektleiterin nur bei meinem Team und den Teilnehmerinnen bedanken, dass alle in der Zeit wahnsinnig gut zusammenarbeiten und eine irrsinnige Verlässlichkeit und großes Vertrauen herrschen. Man kann das nicht oft genug betonen, dass das nur funktioniert, wenn sich alle damit identifizieren und an einem Strang ziehen. Ich weiß, dass das nicht selbstverständlich ist, das ist eine ganz außergewöhnliche Gruppe", schließt die Projektleiterin sichtlich gerührt ab. Zum jetzigen Zeitpunkt sieht es so aus, als ob der Kurs, der Mitte Mai endet, eine digitale Abschiedszeremonie haben wird. Es überrascht aber wenig, dass die Teilnehmerinnen den Abschied unbedingt auch "live" nachholen wollen. Denn hier haben sie nicht nur Kurskolleginnen gefunden, sondern ein zukünftiges Netzwerk, in dem man sich austauscht und unterstützt.

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