Mit Neugierde Herausforderungen angehen

Mit Neugierde Herausforderungen angehen

Monika Unterholzner führt ein Unternehmen mit über 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern: die Wiener Lokalbahnen Gruppe.

Ihre Neugier, innovativ-orientierte Vorgesetzte und ihre Begeisterung für neue Herausforderungen haben sie in eine Spitzenposition gebracht. Was einen guten Führungsstil ausmacht und wie man verstärkt Frauen in technische Berufe bringt, erzählt sie im Interview.

Was ist für Sie Erfolg?

Monika Unterholzner: Erfolg ist, wenn das Unternehmen, das ich führe, gut funktioniert, wenn die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zufrieden sind, wenn Zeile erreicht werden und es uns gelingt, diese Erfolge gemeinsam zu feiern. Zum Erfolg gehört, sich etwas vorzunehmen und es gemeinsam mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen umzusetzen, damit das Unternehmen nachhaltig abgesichert ist.

Was hat Sie auf Ihrem Karriereweg besonders beeinflusst?

Besonders beeinflusst hat mich eigentlich immer meine eigene Neugier. In meinem Beruf muss ich mich immer wieder neuen Herausforderungen stellen, wie veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen auch oft auf europäischer Ebene, Migration oder die starke Zunahme von Kleinstunternehmen. Ich bin immer stark auf neue Themen zugegangen, weil es mir Spaß macht, mich neuen Herausforderungen zu stellen. Meine Neugier war sicher ein sehr starker Einfluss.

Welche Qualitäten braucht man, um sich im Job durchzusetzen?

Wichtig ist, dass man in der Lage ist, auf einer sachlichen Ebene zu kommunizieren, seinen Standpunkt zu verteidigen und Ziele beharrlich durchzusetzen. Man darf sich nicht beirren lassen. Es ist auch wichtig, konfliktbehaftete Themen schnell anzusprechen, damit sie dann schneller gelöst werden.

Welche Rahmenbedingungen braucht es, damit Frauen in großen Unternehmen erfolgreich sein können und bis in Top-Positionen kommen?

Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter müssen ihren oder seinen Qualifikationen entsprechend eingesetzt werden und da darf es keine Vorbehalte im Hinblick auf Geschlechtsspezifika geben. Das ist meiner Meinung nach die einzige Voraussetzung. Es geht um Leistungsorientierung und ein vorbehaltfreies Umgehen miteinander. Ich hatte immer sehr aufgeschlossene und innovative Vorgesetzte – egal ob Frauen oder Männer. Eine enge Zusammenarbeit, eine gute Vertrauensbasis und Wertschätzung für erbrachte Leistungen sind in einem Unternehmen wichtig. Führungskräfte müssen führen, unterstützen, aber auch Freiräume geben. Wenn ein gutes Klima da ist, dann schafft man das richtige Umfeld für ein Weiterkommen von Frauen und Männern.

Was macht einen guten Führungsstil aus?

Ich gebe meinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen sehr viel Feedback, hebe gute Leistungen hervor und kommuniziere oft persönlich mit ihnen. Sie wissen, dass sie sich bei mir mit ihren Themen melden können. Ich denke, dass ich rasch bemerke, wenn sich jemand besonders für eine Sache einsetzt und das fördere ich auch, besonders auch junge Angestellte. Ich versuche, Personen eigenverantwortlich in Projekte zu geben, sodass sie sich profilieren und zeigen, was sie können. Ich bevorzuge eine projektorientierte Arbeitsweise, das heißt, dass wir Themen immer wieder abteilungsübergreifend angehen. Motivation und Vertrauen sind für mich wichtig in einer Führungsrolle. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen müssen wissen, dass ihre Arbeit wertgeschätzt wird und sie gehört werden, wenn es ein Problem gibt. Besonders müssen sie wissen, dass sie es kommunizieren können, wenn ein Fehler passiert. Aktives Fehlermanagement und ein wertschätzender Umgang sind für mich sehr wichtig.

Welche Stolpersteine gibt es für Frauen in technischen Berufen, wie zum Beispiel dem Berufsfeld der Triebfahrzeugfahrerin?

Darüber unterhalten wir uns im Konzern sehr stark. Leider ist es oft so, dass starke Rollenbilder bei der Jugend herrschen. Junge Mädchen kommen oft nicht auf die Idee, einen technischen Beruf zu wählen. Hier gilt es, viel zu informieren und zu unterstützen. Am besten sollte man schon in der Volkschule, in den Unterstufen und Hauptschulen Mädchen gezielt ansprechen. Bei uns ist der spezielle Fall im Bahn- und Busbetrieb, dass wir strenge Zeitvorschriften und Schichtbetrieb haben. Das ist für Frauen oft mit ihren familiären Verpflichtungen nicht vereinbar. In der Verwaltung ist man da flexibler. Grundsätzlich kommen viele aber gar nicht auf die Idee, sich als Triebfahrzeugfahrerin zu bewerben, obwohl es keine hohen Barrieren für diesen Beruf gibt. Nach einer abgeschlossenen Lehre oder Schulbildung bekommt man die Ausbildung dafür bei uns im Haus. Wichtig ist, dass man ein aufmerksamer Mensch ist, der auch die nervliche Belastung aushält. Es gibt viele Ein- und Aussteigende, da müssen unsere Fahrer und Fahrerinnen sehr vorsichtig und aufmerksam sein. Wir setzen im Recruiting gezielt einen Frauenschwerpunkt. Die Stadtwerke sind stark auf Jobmessen vertreten und setzen Initiativen, Frauen anzuregen einen technischen Beruf zu ergreifen. Besonders bei unserer Tochtergesellschaft, die Behinderten-Transporte durchführt, setzen wir in den nächsten Jahren verstärkt auf weibliche Fahrerinnen und Begleitpersonen. Wir werden Informationskampagnen starten, damit wir hier weibliche Kräfte finden.

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