Lebensqualität durch Hörgeräte schenken

Lebensqualität durch Hörgeräte schenken

Vom Schnuppertag zur Ausbildung

Mit einem breiten Lächeln begrüßt Nicole Jansky nicht nur uns, sondern seit einem halben Jahr auch die Kundinnen und Kunden von Hansaton. Die junge Mutter hat vor kurzem die Lehre zur Hörakustikerin abgeschlossen, begonnen hat die Reise im FiT-Zentrum Weinviertel von ABZ*AUSTRIA. In den Projekten "FiT-Zentrum Weinviertel" und "Punktgenaue Qualifizierung Weinviertel" beraten, begleiten und unterstützen ABZ*AUSTRIA und FRAUEN FÜR FRAUEN im Auftrag des AMS NÖ seit vielen Jahren Frauen auf dem Weg und während ihrer Ausbildung in handwerklich-technischen Berufen.

"Ich hab lange überlegt, bis ich den Beruf Hörakustikerin gewählt habe. Ich habe viel davor ausprobiert", erzählt Nicole Jansky. Ob Rauchfangkehrerin oder Hufschmiedin, die junge Mutter hat sich viele Bereiche angesehen, bevor sie sich mit viel Bedacht schließlich für die Hörakustik entschieden hat. Auch hier war ihr ein Schnuppertag wichtig. "Ich musste das vorher ausprobieren, bevor ich sage, ich möchte das machen", erklärt sie reflektiert. Gesagt, getan. Nach dem Schnuppertag war dann aber klar: Die Lehre zur Hörakustikerin soll es werden. "Das ist ein total interessanter und vielseitiger Beruf", ist sie auch zwei Jahre nach ihrer Entscheidung überzeugt.

Interessen erkennen und fördern

Den Weg bis zur Entscheidung ist sie nicht alleine gegangen, sondern sie wurde dabei von den Betreuerinnen von ABZ*AUSTRIA und Frauen für Frauen unterstützt und begleitet. Als sie das erste Mal ins FiT-Zentrum Weinviertel gekommen ist, wusste sie noch gar nicht, was sie machen will. Hier kamen ihr die sechs Wochen Vorbereitung gelegen, denn in der Zeit wurden viele Tests gemacht und Interessen ausgelotet. Das Ergebnis? Nicole Jansky muss unbedingt einen Beruf ausüben, bei dem sie mit Menschen zu tun hat. "Ich bin sehr kommunikativ", erzählt sie. Betonen hätte sie das aber nicht müssen, die Euphorie und Offenheit, mit der sie über ihren Karriereweg erzählt, spricht für sich selbst.

Hörakustikerin – ein vielfältiger und bedeutender Beruf

Nach FIT kam dann auch schon die Lehre. "Ich habe mich eigentlich bei allen Firmen in Wien beworben", sagt Nicole Jansky lachend. Begonnen hat sie dann schließlich bei der Firma Pachmann, die wenig später von Hansaton übernommen wurde. Eineinhalb Jahre später hat sie beim ersten Anlauf die Lehrabschlussprüfung bestanden und stand im Standort in der Wagramerstraße, wo sie seitdem als Hörakustikerin tätig ist. Doch was macht man denn eigentlich als Hörakustikerin genau? "Wir machen Hörtests, wir beurteilen die Hörleistung, dann wählen wir gemeinsam mit den KundInnen das Hörgerät aus, das individuell die beste Lösung ist", klärt sie uns auf. Um all das machen zu können, braucht Nicole Jansky ein umfangreiches Wissen: Technik, Physik - denn ein Hörgerät einstellen kann nur, wer weiß, wie Schall funktioniert - Mathematik, die Anatomie des Ohres und die verschiedenen Krankheiten, die das Hören beeinflussen können - all das muss Nicole Jansky kennen und in der Praxis umsetzen können. Dabei waren die Bereiche gar nicht ihr Spezialgebiet, erzählt sie und muss dabei wieder lachen. "Aber das gehört halt dazu. Das muss man in diesem Beruf einfach können. Ich hab halt länger gebraucht, bis ich es intus hatte." Dass sie es intus hat, beweist sie nun täglich und aufgeben war für die junge Mutter nie eine Option. Zielstrebig und motiviert hat sie für die Prüfung gelernt und sich alles, was sie noch nicht konnte, angeeignet. Der Abwechslungsreichtum macht für sie ihren Job so spannend. Besonders, wenn sie Menschen dabei unterstützen kann, "wieder zurück ins Leben zu kommen", wie sie es selbst ausdrückt. Besonders in Erinnerung ist ihr eine Kundin geblieben, die eigentlich quirlig und kommunikativ war, aber kaum noch das Haus verlassen hat, weil sie so schlecht hören konnte. Mit Hilfe von Nicole Jansky hat sie dann das für sie passende Hörgerät gefunden und wieder ein Stück Lebensqualität zurückbekommen. Das erste Mal wieder richtig zu hören, hat die Kundin dann so überwältigt, dass sie weinen musste - das sind Momente, die auch Nicole Jansky rühren und in ihrer Berufswahl bestärken. "Das ist wirklich genial. Leute grenzen sich ab, wenn sie nichts hören, ich finde gut, dass man das mit Hörgeräten bereinigen kann."

Von Superheldinnen und finanzieller Sicherheit

Zuhören, beraten, Einfühlungsvermögen - der berufliche Alltag von Nicole Jansky ist vielfältig so wie auch die Eigenschaften, die sie braucht, um die Kundinnen und Kunden optimal zu betreuen. "Das Wichtigste ist die Kommunikation. Wenn man keinen Draht zu den KundInnenn aufbauen kann, dann funktioniert das gar nicht." Auch Selbstsicherheit ist ihrer Meinung nach in ihrem Job von großer Bedeutung. Auch wenn sie in manchen Situationen noch nervös wird, wie sie zugibt. "Dazu stehe ich auch. Gerade in diesem Beruf bist du erst sehr gut, wenn du viel Erfahrung hast", erzählt sie reflektiert. Erfahrung, die sie sich so schnell wie möglich aneignen möchte. Ihr Gebietsleiter hat sie sogar schon gefragt, ob sie den Meisterkurs besuchen will. Doch momentan steht für sie ihr Kind an erster Stelle. Als alleinerziehende Mutter hat sie die Lehre durchgezogen, nebenbei am Wochenende gearbeitet und sich um Haushalt und Familie gekümmert. Hat Nicole Janskys Tag mehr als 24 Stunden? "Man muss es wollen. Ich bin alleinerziehende Mutter und hab das geschafft, obwohl es keiner geglaubt hätte. Man muss halt den Willen dazu haben. Lernen kann man alles", erzählt die junge Mutter stolz. Motiviert dabei hat sie, dass die Ausbildungszeit absehbar war und sie wusste, dass sie ihrem Kind danach eine neue finanzielle Sicherheit bieten kann.

Mit Dankbarkeit den Blick nach vorn richten

Vergessen, wo alles angefangen hat, hat sie dabei nicht. Deswegen führte sie auch einer der ersten Wege nach der Lehrabschlussprüfung zu ABZ*AUSTRIA. Mit im Gepäck - ein Strauß Blumen. "Ich hab mich bei jeder Einzelnen bedankt, weil die ganze Ausbildungszeit für mich genial war. Natürlich war es hart, aber von Anfang bis Ende hat das alles gepasst. Die Betreuerinnen haben sich so für mich eingesetzt und waren immer für mich da. Ich finde so toll, dass ich die Chance bekommen habe. Ich weiß, das klingt ein bisschen schmalzig, aber alle haben sich immer für mich eingesetzt", schließt sie das Gespräch ab und man hört die Freude in jedem Wort.

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